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Posted by on jun 4, 2013 in Featured | 0 comments

Das Landgut São Clemente

Das Landgut São Clemente

Das Landgut São Clemente, das in Boa Sorte liegt, gehört zum fünften Distrikt Cantagalos im Bundesstaat Rio de Janeiro. Es wurde im XIX. Jahrhundert während des Kaffeezyklus gegründet ,und fast zwei Jahrhunderte Jahre alt, zeugt von der Bedeutung und Grossartigkeit des Landsitzes, in dem Francisco Clemente Pinto verkehrte, Träger verschiedener brasilianischer Orden und Auszeichnungen, wie Comendador da Imperial Ordem de Nosso Senhor Jesus Cristo, Oficial da Imperial Ordem da Rosa e Conselheiro da Casa de Caridade de Cantagalo. Francisco Clemente Pinto, Kaffeepflanzer, war Inhaber von zehn Landgütern: São Clemente, Mata Porcos, Itaocara, Bela Vista, Valão do Barro, Pedra Lisa, Serraria, Ibipeba, Ipituna und Casa Branca. Er war nie verheiratet. Er ist 1803 in Portugal geboren und starb im Jahr 1872. Seine sterblichen Überreste liegen auf dem Friedhof São João Batista in Nova Friburgo, Rio de Janeiro.

Nach dem Tod des Kommandeurs wurde das Landgut São Clemente am 27.8.1873 seinem homonymen Neffen als Universalerbe vermacht. Der Erbe Francisco Clemente Pinto, Ingenieur, der sein Studium in Belgien abschloss, war verwandt mit den Gräfen von Nova Friburgo und São Clemente, ein Kavalier mit fortschrittlichen Ideen, der sich für die Entwicklung der grossen Kaffeeplantagen interessierte.

Das Landgut besass eine Fläche von 700 Scheffel und im Jahr 1883 hatte es 177 Sklaven und 750.000 Rötegewächse.

Francisco Clemente Pinto heiratete Eulália de Barcelos, die von nun an Eulália Clemente Pinto hiess. Sie gebar neun Kinder. Francisco Clemente Pinto ist 1848 geboren und starb im Jahr 1921.

Das Landgut São Clemente wurde eine der wichtigsten Kaffeefarme von Cantagalo und begleitete Schritt für Schritt den Aufstieg und den Verfall der Kaffeeplantagen im Paraiba-Tal Rio de Janeiros. Es wurde von Prominenten besucht, wie dem Kaiser D. Pedro II, Dr. Luiz Monteiro Caminhoá und den Baron Johann Jakob von Tschudi.

Nach Eliana Vinhaes übte die Abschaffung des interkontinentalen Sklavenhandels keinen Einfluss auf die Gemeinde Cantagalo aus, da die Reposition der Arbeitskräfte den Prinzipien der lokalen Wirtschaft folgte. Auf diese Weise waren die die Jahre zwischen 1850 und 1860 von Wohlstand geprägt und die 70er Jahre des 19. Jahrhunderts der Höhepunkt der Gemeindewirtschaft. Damals wurden pro tätiger Sklave rund 6.172 Kaffeestängel gepflanzt. Zur gleichen Zeit wurden im Raum Santos rund 3000 Stängel pro Sklave gepflanzt. In Capivari nur 2000. Die Produktivität der alten Macacu-Wildnis war derart hoch, dass 1871 der Ministerpräsident der Provinz Rio de Janeiro die Bedeutung der Cantagalo Railway als Absatzweg der örtlichen Agrarproduktion preiste.

Der Niedergang der Kaffeeplantagen, begünstigt durch die Entstehung von Plagen und Ausbeutung des Bodens, die Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1888, die Ausrufung der Republik im Jahr 1889, und die Schuldenkrise ab 1890, eine Zeit starker finanzieller Probleme. Es waren Faktoren, die die Schliessung vieler Landgüter bestimmte, deren Kaffeeplantagen verwahrlost wurden. Zahlreiche und bedeutende Vermögen gingen verloren. 1891 ist eine Epidemie von Gelbfieber in Cantagalo ausgebrochen, die Teil der Bevölkerung tötete.

Solche Fakten bewirkten, dass bis zum Anfang des XX. Jahrhunderts die Kaffeebarone und ihre Nachfahren ihre Landgüter und weitere Vermögen verloren, die sie im Laufe des Kaffezyklus erworben hatten.

Der Ingenieur Francisco Clemente Pinto musste 1907 einen Kredit aufnehmen, und da er die Hypothek nicht bezahlen konnte, verlor er sein Landgut an die Banque Belge de Prêts Fonciers, mit Sitz in Antwerpen und Filiale in der Stadt Rio de Janeiro. Das Landgut wurde nachher von José Affonso Fontainha Sobrinho erworben.

Am 06.7.1920 erwirbt die Familie Monnerat das Landgut São Clemente, durch Tausch gegen das Landgut Paraiso, das dem Oberst João Henrique Monnerat, seiner Frau Maria da Veiga Monnerat e Luis José Monnerat gehörte, Bruder des Obersts João Henrique. Damals gehörte das Landgut São Clemente dem Oberst José Affonso Fontainha Sobrinho.

Am 04.4.1990 haben Carlos Lincoln Monnerat und seine Frau Maria José Cardoso Monnerat ihrem Sohn  Marcello Cardoso Monnerat den verdienten Erbanteil mittels öffentlicher Urkunde vermacht.

Im November 2001 erwarb Marcello Cardoso Monnerat, Urenkel von Oberst João Henrique Monnerat, die Anteile der anderen Erben. Im März 2002 ergriff er Besitz vom Landgut. Daraufhin wurden ursprüngliche Schollen des Kaffeekomplexes von Landgut São Clemente wieder einverleibt. Auf diese Weise kam der historische Sitz des Landgutes São Clemente zu seinem jetzigen und einzigen Besitzer und jetzt auch zu Ihnen.

Marcello Cardoso Monnerat fing an, in Cantagalo ein Projekt zu entwickeln mit dem Ziel, Palmensorte anzubauen und zu erforschen. Die landschaftliche Komposition lag auch in seinem Interessenbereich. So begann Marcello Cardoso Monnerat im März 1991mit dem Anbau von Palmenarten im Obstgarten-Park São Uriel, der nahe dem historischen Sitz des Landgutes São Clemente liegt. Und der Schicksal wollte, dass sich Marcello Cardoso Monnerat im März 2002 mit der Instandsetzung des historischen Sitzes des Landgutes São Clemente auseinandersetzte. Damals war das Gebäude recht verwahrlost und brauchte sofortige Massnahmen. Aus diesem Grund musste er die Gründung der Palmensortenbank abbrechen. Vor Beginn der Instandsetzungsarbeiten wurden ca. zwei Tonnen Müll und Schutt aus den Gebäuden des Landgutes und der Umgebung entfernt.